08.10.2015

Autoren Tag Textschnipsel ** Doppelleben 1+2 **

Und hier für euch aus beiden Doppelleben Büchern ein Schnipsel :) viel spass 



Doppelleben – Wenn die Liebe dich verlässt:

Genüsslich stecke ich den Finger in den Mund und genieße die Herbheit der dunklen Schokolade. Das Bittere und dennoch leicht Süße, das dieses wunderbare Lebensmittel von sich gibt. Liebe Schokolade, bleib für immer mein. Ich liebe dieses Produkt!
»Holy shit!«, brummt eine raue Stimme. Um Himmels willen ... ich denke, ich bin kurz vor einem Herzinfarkt. Denn das Herz schlägt unregelmäßig und ich fühle mich wie benommen. Ich ergreife gerade noch die Kante der Arbeitsplatte, bevor meine Knie nachgeben. Die andere Hand schnellt zum Brustkorb. Ich atme tief ein und gleich aus. Es ist ein Versuch, um mich und meinen rasenden Puls ruhiger zu bekommen. Die Zähne habe ich aufeinandergebissen.
»Wenn du das wieder machst, dann könnte man das Chocogasm nennen.«







 ___________________________________

 

Doppelleben – Der Weg zur Liebe:
Ich schließe für einen Moment die Augenlider und atme tief ein. Nur blöd, dass mir bei geschlossenen Lidern die Bilder von Till durch den Kopf strömen.
»Mistkerl«, murmel ich vor mich hin.
»Wie bitte?« Seitlich von mir höre ich eine empörte Männerstimme. Vorsichtig luge ich durch zusammengekniffene Augenlider und sehe zu meiner Rechten. Neben mir steht ein Mann.
Wie ist der da hingekommen? Der Aufzug ist nicht mal stehen geblieben – vermute ich. Meine Aufmerksamkeit lässt wieder zu wünschen übrig.
»Haben Sie mich soeben Mistkerl genannt?« Der Mann baut sich breitbeinig vor mir auf, seine Arme überkreuzt er vor der Brust. Beängstigt reiße ich die Augen auf, denn das lässt ihn wirklich wild aussehen. Seine Halsschlagader scheint sogar zu vibrieren. Gut ... vielleicht bilde ich mir das nur ein.
»Ich ... es ...« Oh mein Gott, Lisa ... was ist mit dir los? Du bist
doch sonst nicht auf den Mund gefallen und schlagfertig. Hat mir Till heute alles geraubt?
»Habe ich Ihnen denn etwas getan?« Bitte Aufzug mach, dass du unten schnell ankommst ... ich will hinaus. Warum muss ich auch im zwölften Stock arbeiten. Das nächste Mal nehme ich die Treppe. Aber nur abwärts ... Ich mag zwar sportlich sein, allerdings laufe ich dennoch ungern Stufen aufwärts.
»Nein«, sage ich vehement. »Ich habe ...« Ich räusper mich und nuschel unverständlich: »Mit mir selbst gesprochen.« Wie peinlich ist das, wenn man zugibt, dass man Selbstgespräche führt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen