07.10.2015

Autoren Tag Prolog ** Ein Rockmusiker zum Verlieben **

 Ich dachte mir warum nur nen Textschnipsel wenn es auch den Prolog gibt und der von Ein Rockmusiker zum Verlieben ... Man muss ihn einfach lesen ... und ab da will man wissen wie es weiter geht.. Also hier für euch der ** Ein Rockmusiker zum Verlieben** viel Spass beim lesen ....


Prolog:
30.04.2014 | unweit von Waco | Texas | WARDEN

Warden Palmer betrachtete das eindrucksvolle Ranchhaus einen Augenblick lang. Er hasste es hier zu sein, doch er hatte seiner Ex-Freundin versprochen, sie zu unterstützen. Er musterte Vera von der Seite her. Du bist nicht der Einzige, der nicht hier sein will, stellte er fest.

Vera war blass und die Anspannung stand ihr deutlich in ihr mädchenhaftes Gesicht geschrieben. Auf der eineinhalbstündigen Fahrt vom Flughafen in Dallas zu dem Anwesen ihrer Eltern hatte das 21-jährige It-Girl kaum ein Wort gesagt und so sehr Warden sich auch bemüht hatte die Stimmung aufzulockern, es war ihm nicht gelungen Vera zum Lachen zu bringen.

Er schloss einen Moment lang die Augen. Die Nervosität lag beinahe greifbar in der Luft. Es war die gleiche Atmosphäre wie vor einem großen Contest. Warum bist du überhaupt mitgekommen?, fragte er sich zum wiederholten Male an diesem Tag. Er könnte jetzt sonst wo sein. Er könnte gerade eine fette Welle anpaddeln, oder mit seiner Traumfrau im Bett liegen und sie verwöhnen, doch er war hier. So, wie du es versprochen hast! Er seufzte und öffnete die Augen.

»Noch können wir wieder abhauen«, scherzte Warden lahm, doch nun huschte ein leichtes Lächeln über Veras Gesicht.

»Willst du kneifen?«

»Nennen wir es doch einfach das Doggy Door nehmen«, meinte er, was Vera ein Glucksen entlockte. »Ich finde, der Vergleich passt«, rechtfertigte er sich. »Das hier ist genau wie beim Surfen, wenn du weißt, dass die Welle zumachen wird und du einen Weg aus der Tube finden musst.« Sie kicherte erneut. »Ohne Scheiß, V! Wenn wir da reingehen, dann wird das Ganze in einer Katastrophe enden. Dein Dad wird mich mit dem Lasso einfangen, mich hinter seinem Gaul zur nächsten Kirche schleifen und mich zwingen dich zu heiraten.«

Veras Anspannung entlud sich in einem lauten Prusten. »Da kennst du meinen Vater aber schlecht!«

»Ich kenne deinen Vater gar nicht. Vielleicht erschießt er mich auch direkt, weil ich dich möglicherweise geschwängert habe.«

Vera drehte sich halb im Sitz zu ihm herum. Wieder einmal fiel ihm auf, wie hübsch sie war – und wie unglaublich jung. »Nein, das wird er nicht tun! Aber meine Mutter könnte dich mit einer ihrer Nagelfeilen erdolchen wollen.«

Warden grinste spitzbübisch. »Ältere Frauen lieben mich«, meinte er und es klang kein bisschen überheblich
»Frauen in jedem Alter lieben dich«, neckte Vera ihn und sagte dann: »Aber meine Mutter ist anders. Lass sie bloß nicht hören, dass sie ‚älter’ ist. Damit kommt sie überhaupt nicht klar und nur damit du vorgewarnt bist, sie wird dich hassen.« Warden hob fragend eine Augenbraue. »Du hast meine Chancen auf eine aussichtsreiche Verbindung ruiniert«, ließ sie ihn wissen.

»Ich oder Liam«, warf Warden ein.

»Ja, du oder Liam«, stimmte Vera ihm zu.

Liam! Alleine der Name reichte aus, um Warden zum Kochen zu bringen. Liam Gordon war seiner Meinung nach der größte Scheißkerl auf diesem Planeten. Er hasste diesen abgefuckten Typen bis aufs Mark und das längst nicht mehr nur, weil Vera ihn mit diesem Kerl betrogen hatte, sondern vor allem deshalb, weil Liam gerade ein Gerichtsverfahren gegen Warden anstrebte.

Der Rockmusiker verklagte ihn auf Schmerzensgeld und Schadenersatz. Doch auch mit etwas Abstand konnte Warden nicht bereuen, dem Rockmusiker vor einigen Wochen bei einer Auseinandersetzung in Las Vegas die Nase gebrochen zu haben. Im Gegenteil: Er würde es jederzeit wieder tun! Denn Liam war nun einmal ein arroganter kleiner Pisser, der es dringend nötig hatte in seine Schranken verwiesen zu werden.

»Aber da Liam nicht hier ist, wird sie mit dir vorlieb nehmen und sich auf dich einschießen, weil du all ihre Träume, die sie für mich hatte, zunichte gemacht hast.«

»Heißt es nicht im Zweifel für den Angeklagten?«

Vera lachte belustigt auf. »Nicht in Texas, mein Lieber! Nicht in Texas!«

»Sie ist eine ehemalige Schönheitskönigin, richtig?«

Vera nickte. »Ja, und sie ist sehr stolz darauf.«

»Gut zu wissen«, gab Warden zurück. Er war wild entschlossen diese Frau für sich einzunehmen. Er würde seinen Charme spielen lassen und wenn es sein musste, würde er ihr Ego streicheln, bis sie ihm schnurrend zu Füßen lag. Veras Mutter würde ihn lieben und er würde ihr klar machen, dass diese ganze Schwangerschaft nicht so tragisch war. Nicht wirklich jedenfalls!

Obwohl, sollte sich herausstellen, dass Liam der Vater war, dann … Warden würgte den Gedanken ab. Wie hatte Vera so schön selbst festgestellt, als sie ihn von der Schwangerschaft unterrichtet hatte:»Dann habe ich wohl ein Problem!«

»Steigen wir jetzt aus, oder warten wir auf den Schutz der Dunkelheit?«, fragte er, woraufhin Vera erneut nervös kicherte. Er holte noch einmal tief Luft, ehe er aus dem Pick-up glitt, ihn umrundete und die Beifahrertür für seine Ex-Freundin öffnete. Er bot Vera seinen Arm an und sie hakte sich bei ihm unter. Wie ein Gentleman – der er allerdings nicht war – geleitete er sie zum Haus ihrer Eltern.

»Bist du hier aufgewachsen?«, fragte er, während sie Seite an Seite über den Kiesweg schritten. »Nein, nicht wirklich. Ich habe dir doch erzählt, dass Clara und ich die meiste Zeit im Internat in Kalifornien waren. Mutter fand, dass es uns hier im Nirgendwo, unmöglich sei, die nötigen gesellschaftlichen Kontakte zu knüpfen. Sie wollte immer, dass wir Schauspielerinnen, Models oder Sängerinnen werden. Naja, wenigstens bei Clara kann sie noch hoffen.«

Vera verharrte vor der imposanten Eingangstür, die eher einem Portal glich. Sie schloss kurz die Augen. »Ich kann das nicht!«, murmelte sie tonlos. »Das Ganze ist ein einziger Albtraum. Wie soll ich meinen Eltern beichten, dass ich schwanger bin? Und schlimmer noch, dass ich nicht die geringste Ahnung habe, wer der Vater des Kindes ist.«

»Blödsinn, du weißt genau, wer als Vater in Betracht kommen kann.«

»Ja, du oder Liam.«

»Na also«, knurrte Warden.

Sie hatte wieder diesen sehnsüchtigen Blick, der Warden rasend machte. Sie und Liam hatten eine ständige On-Off-Beziehung geführt. Es war eigentlich vorbei gewesen, als er sich Vera geschnappt hatte – eigentlich und uneigentlich eben doch nicht. Vera war zwischen ihnen hin und her gependelt, unfähig sich zu entscheiden und es hatte ihn rasend gemacht, dass es da einen anderen gab.

Zumal ihm nicht klar gewesen war, wie Liam und Vera zueinander standen, oder gestanden hatten. Warden hatte die ganze Zeit angenommen, Vera würde Liam bevorzugen, weil er berühmter und reicher war. Reiner Bullshit, wie er inzwischen wusste. Er hatte keine Ahnung gehabt, dass der Rockstar Veras erste große Liebe gewesen war. Ausgerechnet ein Typ wie der …

Warden schnaubte verächtlich. Liam Gordon war ein arroganter Bastard, der mit seinem Erfolg nicht klar kam. Verdammt, wäre Vera nicht so furchtbar jung, hätte sie sicherlich längst geschnallt, dass sie die Finger von einem Typen wie Liam lassen sollte.

Warden fragte sich wirklich, wie oft sie noch auf die Nase fallen musste, um endlich zu begreifen, was für alle um sie herum längst offensichtlich war. Seit Vera Liam offenbart hatte, dass sie möglicherweise von ihm schwanger war, herrschte zwischen den beiden allerdings zum Glück Funkstille. Nach allem, was Liam Vera an den Kopf geworfen hatte, hoffte Warden inständig, dass sie nun von diesem Mistkerl kuriert war.

Er selbst war nach Veras Geständnis fassungslos und überrascht gewesen, und Warden war der festen Überzeugung, dass seine erste Reaktion auch nicht unbedingt brillant gewesen war. Liam, der blöde Drecksack, hatte Vera jedoch die Worte »Das behaupten eine Menge Weiber« entgegen geschleudert und hinzugefügt: »Wer weiß, mit wem du es noch alles getrieben hast, außer mit diesem Surfer-Dude und mir.«

Warden betrachtete Vera aufmerksam. Er konnte an ihrem verklärten Blick sehen, dass sie an Liam dachte. Am liebsten würde er ihr diese rosarote Brille von der Nase reißen. Er wollte sie schütteln, damit sie zur Besinnung kam und endlich erkannte, dass ihr geliebter Liam ein mieses Arschloch und ein kaputter Junkie war. Doch da sie beides bereits wusste und es nichts an ihren verdammten Gefühlen für ihn änderte, zwang Warden sich wieder runterzukommen.

Nicht mein Problem, sagte er sich, doch irgendwie hatte er nach wie vor das Gefühl Vera beschützen zu müssen. So war es von Anfang an gewesen. Ein Blick hatte genügt und er hatte erkannt, wie verloren sie war. Warden erinnerte sich noch genau daran, dass er den Drang verspürt hatte, Vera in seine Arme zu schließen – ganz so, als könne er alleine dadurch all das Übel dieser Welt von ihr fernhalten.

»Kommst du klar?«, fragte er leise und riss Vera dadurch aus ihren Gedanken. Sie schüttelte den Kopf und als Warden die Tränen in ihren Augen sah, zog er sie an sich und umarmte sie. Vera klammerte sich haltsuchend an ihn. »Es wird schon nicht so schlimm werden, V«, sprach er ihr Mut zu.

»Du hast keine Ahnung, was dich dort drinnen erwartet«, wisperte sie und Wardens Herz zog sich vor Mitgefühl zusammen, weil sie so verzweifelt klang.

Er schnaubte, rang sich zu einem Grinsen durch und versprach:»Nichts, mit dem ich nicht klar kommen würde.« Anschließend klopfte er energisch gegen die Eingangstür.

Es dauerte keine zehn Sekunden, dann wurde die Tür von einer molligen Frau geöffnet. Sie trug die schwarz-weiße Kleidung einer Haushälterin. »Guten Tag. Ich bin Vera. Ich würde gerne meine Eltern besuchen«, stellte Vera sich vor.

»Ich bin Estelle.«

»Schön Sie kennenzulernen, Estelle. Das ist Warden. Wie lange sind Sie schon für meine Mutter tätig, Estelle?« Erst heute Morgen hatte Vera Warden erzählt, dass der Verschleiß ihrer Mutter an Hausmädchen legendär sei. »Sie jammert unentwegt darüber, wie schwer es ist ‚gutes Personal’ zu finden«, hatte sie ihm berichtet und Warden hatte zusammen mit Vera darüber gelacht.

»Estelle …«, drang die spitze Stimme einer Frau zu ihnen hinunter.»… stehen Sie nicht untätig herum! Dafür bezahle ich Sie weiß Gott nicht! Husch, husch!«

»Meine Mutter«, raunte Vera Warden zu und blickte in Richtung der blonden Frau, die auf der Galerie des ersten Stocks erschienen war.

»Vera, wie oft habe ich dir schon gesagt, dass man nicht mit dem Personal spricht. Du hältst Estelle von der Arbeit ab«, sagte Veras Mutter, während sie die Treppe hinabschritt.

Warden musterte die Blondine. Die familiäre Ähnlichkeit war nicht zu übersehen. Beide waren überdurchschnittlich attraktiv. Sie hatten volles, seidiges, blondes Haar und auch die schlanke Figur mit schier endlos langen Beinen und einer üppigen Oberweite hatte Vera von ihrer Mutter geerbt. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder wie sagt man so schön?, stellte Warden fest.

Als sich Veras Mutter jedoch näherte und Warden einen Blick in ihr offensichtlich gestrafftes Gesicht warf, ging ihm auf, dass sie sich keineswegs ähnlich waren. Veras Mutter hatte einen biestigen Zug um die Lippen, ihre blauen Augen waren bar jeglicher Wärme, als sie ihre Tochter ansah, und sie strahlte eine unnachgiebige Härte aus.

Kalt wie eine Eiskönigin, dachte Warden. Müsste er sie mit einer Welle vergleichen, was er liebend gerne tat, dann wäre sie wohl Mavericks. Kalt und gefährlich.

Lindsay, die Frau, der sein Herz gehörte, war wie Pipeline. Er liebte Pipe und Pipe war nun einmal ein ganz besonderer Spot – unvergleichlich! Und Vera? Vielleicht Chopes, so genau war Warden nie dahinter gestiegen, wie seine Ex tickte und was sie umtrieb. Vera war irgendwie immer für eine Überraschung gut – obwohl es meistens eher unangenehme waren. So, oder so, alle drei Wellen und ebenso diese Frauen waren gefährlich, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise.

Als Veras Mutter anfing das Outfit ihrer Tochter und deren Frisur zu kritisieren, hatte Warden ein unangenehmes Déjà-vu. Auch sein Vater hatte ihn stets gemaßregelt. Nie hatte Warden es ihm recht machen können – so sehr er sich auch bemüht hatte. Vorbei, sagte er sich. Sein Vater war tot und begraben und all das lag hinter ihm.

Er räusperte sich, um auf sich aufmerksam zu machen. Veras Mutter legte den Kopf schief und musterte ihn von oben bis unten. Er hatte den Eindruck, dass ihr gefiel, was sie sah, denn ihr Mund verzog sich zu einem angedeuteten Lächeln.

»Es ist lange her, dass Vera einen ihrer Freunde mit nach Hause gebracht hat«, meinte sie und ihr Lächeln wurde breiter, allerdings erreichte es keineswegs ihre Augen. Yep, kalt wie eine Hundeschnauze, stellte Warden fest und schenkte ihr seinerseits ein falsches Lächeln.

Er streckte Veras Mutter seine Hand entgegen und diese ergriff sie mit einem koketten Blick. »Warden Palmer, Madame«, stellte er sich vor.

Veras Mutter gab ein mädchenhaftes Kichern von sich. »Barbara Snider, doch Sie dürfen mich gerne Babs nennen«, meinte sie, warf ihre blonden Haare nach hinten und schenkte ihm einen verführerischen Augenaufschlag.

»Gerne doch, Babs!«

Vera warf Warden einen unbehaglichen Blick zu. Ihr war deutlich anzusehen, wie peinlich sie die Flirtversuche ihrer Mutter fand.»Lasst uns doch in den Loungebereich gehen, ihr Hübschen«, meinte Barbara und ging mit einem wiegenden Hüftschwung voraus.

»Andere Leute nennen es Wohnzimmer«, raunte Vera Warden zu.

»Wie alt sind Sie eigentlich, Warden? Ich habe den Eindruck, dass Sie deutlich zu alt sind, um der Freund meiner Tochter zu sein.«Aber deutlich zu jung, um der deine zu werden, dachte er bei sich, hielt jedoch wohlweißlich den Mund.

»Ich werde in Kürze 32 Jahre alt, Babs.«

»Sie sind also 11 Jahre älter als Vera«, stellte sie fest, nur um sich von ihm korrigieren lassen zu müssen.

»Zehn! Vera ist vier Tage und zehn Jahre jünger als ich.«

»Tja, Mum. Auch ich werde in Kürze schon 22. Die Zeit vergeht wie im Flug.« Die Spitze ihrer Tochter quittierte die ehemalige Schönheitskönigin mit einem ungehaltenen Schnauben.

»So, da wären wir«, meinte sie und breitete die Arme in einer Geste aus, die besagen sollte ‚Voilà-alles-meins’. Fehlt nur noch die Drehung, dachte Warden belustigt. In diesem Moment mit dieser affektierten Frau in einem Raum wurde ihm klar, wie sehr er Lindsay vermisste. Lindsay, die so uneitel, authentisch und bescheiden war, und die es überhaupt nicht nötig hatte mit ihrem Reichtum zu protzen. Lindsay war echt und gut. Noch 36 Stunden, dann hast du sie wieder, sagte er sich.

»Schön haben Sie es hier«, fütterte er Veras Mutter mit der Anerkennung, nach der sie gierte.

»Danke! Unsere Innenarchitektin ist Faith Harper.« Warden nickte, doch scheinbar war er nicht beeindruckt genug, denn Barbara fügte hinzu: »Die Faith Harper aus New York!«

»Ahhhh!«, ließ Warden verlauten, obwohl er keine Ahnung hatte, wovon Veras Mutter sprach.

Vera grinste ihn belustigt an und Warden wurde den Eindruck nicht los, dass sie sich auf seine Kosten amüsierte. Das hatte er nun von seiner guten Tat. Er seufzte leise und sah seine Ex-Freundin strafend an. Vera zuckte mit den Schultern als wollte sie sagen ich-habe-es-dir-ja-gesagt.

»Nehmen Sie doch Platz, Warden, mein Lieber«, meinte Barbara in diesem Moment. Sie hatte sich auf dem größten der drei Sofas niedergelassen und klopfte gebieterisch auf den freien Platz neben sich. Warden tat, als hätte er ihre Aufforderung nicht bemerkt, legte Vera eine Hand auf den unteren Rücken und dirigierte sie sanft zu dem Zweisitzer. Auch den enttäuschten Blick und die zum Schmollmund verzogenen Lippen von Barbara Snider ignorierte er geflissentlich.

»Ist Vater nicht da?«, wollte Vera wissen. »Oh, du kennst ihn ja. Er ist nur am Arbeiten.« Vermutlich um all diesen Luxus und ein Leben in Saus und Braus zu finanzieren, dachte Warden zynisch.Wobei, die Sniders haben genug Geld für zehn Leben, wahrscheinlich erträgt er einfach Barbaras Nähe nicht. Warden jedenfalls sehnte bereits jetzt den Zeitpunkt herbei, wo er dieses Haus wieder verlassen konnte.

Er wusste, dass Vera ein Biest sein konnte, das hatte sie während der Affäre mit ihm und auch danach mehr als einmal anschaulich unter Beweis gestellt. Nach drei Minuten mit ihrer Mutter allerdings schätzte er seine Ex-Freundin mit all ihren Macken mehr als jemals zuvor.

Barbaras Blick glitt ungeniert über seinen Körper und sie leckte sich über die vollen Lippen, als sie ihn betrachtete. Warden ergriff Veras Hand, räusperte sich und sagte: »Es wäre schön, wenn Sie ihn holen könnten, Babs. Was wir Ihnen zu sagen haben, geht Sie beide an.« Veras Mutter betrachtete ihn säuerlich. Warden ahnte, dass sie zu den Frauen gehörte, die sein Desinteresse als persönliche Beleidigung auffassten. Doch da er nicht vorhatte mit ihr zu flirten, nahm er ihren Unmut billigend in Kauf.

Sie erhob sich und schenkte ihm einen Blick, in den sie all ihre Enttäuschung und einen stillen Vorwurf legte. Dramatisch, kommentierte Warden im Geiste und beobachtete seinerseits, wie Veras Mutter sich abwandte und erhobenen Hauptes davon stolzierte. »Meine Mum, wie sie leibt und lebt«, sagte Vera und imitierte deren Showgirl-Voilà-Geste, nachdem Barbara das Zimmer verlassen hatte. Warden grinste Vera an und ließ ihre Hand los.

»Ich würde darauf wetten, dass sie dir, Warden, mein Lieber, das Knie getätschelt hätte, wenn du ihrer Aufforderung nachgekommen wärst, dich neben sie zu setzen.«

»Schön, dass du darüber lachen kannst, aber darf ich dich darauf hinweisen, dass du manchmal genau wie sie klingst?«

Veras Augen weiteten sich vor Schreck und sie sah so schockiert aus, dass Warden erneut lachen musste. »Tue ich das?« piepste sie ungläubig.

»Yep!«

»Das kann nicht sein.«

»Warden, Schätzchen, hier Vera …«, kopierte er ihren Tonfall.

»Oh, mein Gott!«, stieß sie entsetzt hervor, wobei sie zwischen den einzelnen Wörtern einen großen Abstand ließ. »Es tut mir leid! Das war mir überhaupt nicht bewusst«, meinte sie zerknirscht.

»Doch, du tust es immer dann, wenn du dich unsicher fühlst«, verriet Warden ihr.

Vera seufzte. »Na, dann mach dich mal darauf gefasst, diese unschöne Seite von mir gleich in Aktion zu erleben«, warnte Vera ihn vor.

Warden lehnte sich zu ihr hinüber und flüsterte: »Alles wird gut, V.«

»Dein neues Mantra, oder wie?« Er zuckte mit den Schultern.»Als Affirmation müsste es lauten ‚Alles ist gut’«, korrigierte sie ihn. Bevor sie sich jedoch in einer philosophischen Diskussion darüber ergehen konnten, kam Barbara gefolgt von einem großen Mann zurück.

»Engelchen, wie schön dich zu sehen«, meinte dieser und ging auf Vera, die sich auch schon zur Begrüßung erhob, zu. Auch Warden stand auf und beobachtete, wie Jeff Snider seine Tochter in eine herzliche Umarmung zog. Allem Anschein nach freute er sich wirklich über ihren Besuch.

»Hallo Daddy!«

»Vera, wie oft muss ich dir noch sagen, dass Daddy eine unangemessene Anrede für deinen Vater ist«, rügte Barbara und fügte zu Warden gewandt hinzu: »Ich fürchte, sie wird es nie begreifen!«

»Und wer ist dein Freund?«, wollte Veras Vater wissen und musterte Warden eingehend.

»Warden Palmer, Sir! Es freut mich, Sie kennenzulernen.«

»Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Vera bringt nie einen ihrer Freunde mit nach Hause.« Vielleicht weil ihre Mutter ungeniert mit ihnen flirtet, dachte Warden. Naja, oder es zumindest versucht.»Überhaupt kommt sie uns nur äußerst selten besuchen«, meinte er und es klang bedauernd.

»Sie ist jung, Jeff! Was will sie denn hier in der Einöde? Hier gibt es nichts, was für sie interessant ist«, mischte Barbara sich ein.

Jeff nickte. »Da hast du sicherlich recht, mein Herz.«

»Wollt ihr Hübschen auch einen Drink?«, wollte Babs an Vera und Warden wissen. Ihr Lächeln wirkte maskenhaft und gezwungen.

»Nein, danke, Mutter, aber ein Glas Wasser wäre wunderbar.«

»Da würde ich mich anschließen«, sagte Warden.

Jeff Snider ging zur Bar. »Für dich Gin, mein Herz?«, fragte er seine Frau.

»Das, mein Lieber, müsstest du nach all den Jahren doch inzwischen wissen«, empörte sie sich. Wenig später kam er mit einem Tablett voller Gläser zurück. Er schenkte Warden und Vera Wasser ein, reichte seiner Frau den Gin, und erhob anschließend sein eigenes Glas, welches mit einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit gefüllt war.

»Auf euren Besuch!« Jeff Snider nahm Platz und fragte dann:»Und Warden, wie gefällt Ihnen Texas?«

»Im Prinzip sehr gut, Sir!«

»Aber?«

»Es ist entsetzlich weit vom Ozean entfernt.«

Jeff Snider lachte. »In der Tat, mein Junge, in der Tat«, stimmte er Warden jovial zu. »Woher kommen Sie, wenn ich fragen darf?«

»Hawaii«, antwortete Warden.

»Und wie haben Sie Vera kennengelernt? Vera war doch noch nie auf Hawaii«, wollte nun Barbara wissen.

Warden warf Vera einen irritierten Blick zu, schließlich wusste er genau, dass sie bereits unzählige Male dort gewesen war. »Zu deiner Information, Mutter, ich war schon häufiger auf Hawaii, doch Warden und ich haben uns auf einer Party in L.A. kennengelernt.«

»Auf wessen Party?«

»Auf der von Aiden Innings.«

»Dem Designer?«, fragte Barbara mit zusammengekniffenen Augen.

»Nein, Mutter, Aiden ist Fotograf. Er hat mich schon häufiger fotografiert. Du kennst ihn sogar.«

»Ja, richtig! Er macht ganz wunderbare Sachen. Kennen Sie Aiden persönlich, Warden?«

»Schon sehr lange. Aiden kommt ursprünglich von Maui, wie ich auch. Wir sind zusammen aufgewachsen. Er ist mein bester Freund.«

»Nein! Wie wunderbar! Sicherlich kennen Sie die großartigen Fotos, die er von unserer Tochter gemacht hat.« Warden nickte.»Und wie lange sind Sie schon mit Vera zusammen?«, hakte Barbara unvermittelt nach.

»Oh«, entgegnete Warden, den diese direkte Frage überraschte.»Wir sind kein Paar. Wir waren es, aber …«

»Es hat nicht geklappt«, unterbrach Vera ihn bestimmt. Warden konnte sich gut vorstellen, dass sie die schmutzigen Details lieber vor ihren Eltern geheim halten wollte.

»Wie schade, wo Warden doch so …« Veras Blick brachte Barbara Snider zum Verstummen. »… nett ist«, fügte sie nach einem Augenblick doch noch hinzu. Nett? Warden zog erstaunt eine Augenbraue hoch. Nett? Er hatte keine Ahnung, wann man ihn das letzte Mal als nett bezeichnet hatte. Er fand den Begriff schmeichelhaft, doch passte er weder zu seinem Selbstbild, noch zu dem, was die Öffentlichkeit über ihn dachte. Warden hatte den Ruf ein Bad Boy zu sein. Junge, unschuldige Texanerinnen zu schwängern und nicht zu heiraten, würde genau in das Schema passen.

Zum tausendsten Mal sagte er sich, dass er nicht der Vater von Veras Baby sein konnte. Er hatte stets ein Kondom benutzt. Er hatte sich verantwortungsbewusst verhalten und Vera hatte selbst eingeräumt, dass Liam und sie weit weniger vorsichtig gewesen waren. Aller Wahrscheinlichkeit nach war also der berühmte Rockstar Liam Gordon der Vater des Kindes.

Aber was ist, wenn an Veras Bauchgefühl etwas dran ist? Was ist, wenn es doch, allen Erwartungen zum Trotz, mein Kind ist? Auch Wochen nach Veras Offenbarung, die seine frische Beziehung mit Lindsay auf eine harte Probe gestellt hatte, wusste Warden nicht, wie er mit der Situation umgehen sollte. Allerdings hatte er damals einer sehr aufgelösten und verängstigten Vera versprochen, dass er sie in jedem Fall unterstützen würde und er war ein Mann, der sein Wort hielt und aus diesem Grund saß er nun hier.

»Was machen Sie denn beruflich, Warden?«, fragte Jeff Snider, wohl eher, um die unangenehme Stille zu füllen, als aus wirklichem Interesse, wie Warden annahm.

»Ich bin …«

»Schauspieler?«, fragte Veras Mutter in hoffnungsvollem Tonfall. Er schüttelte den Kopf. »Model«, riet sie munter drauf los. »Bei Ihrem Aussehen wäre das nicht weiter verwunderlich. Sie haben so ein schönes Gesicht!«

Warden schluckte unbehaglich. »Danke! Aber nein, ich bin auch kein Model.«

»Dann sind Sie bestimmt Sänger. Vera steht auf Sänger. Sicherlich wissen Sie, dass sie lange Zeit mit Liam Gordon, dem berühmten Rockmusiker zusammen war.«

»Äh, nein«, erwiderte Warden irritiert. »Ich bin kein Musiker. Ich bin Sportler, Surfer um genau zu sein.«

»Oh, dass Sie Sport machen, das sieht man! Wirklich, Sie wirken körperlich sehr fit! All diese Muskeln, sehr beeindruckend.«

»Ja, das sind sie, Mutter! Du solltest erst mal sein Six-Pack sehen!« Das hat sie gerade nicht wirklich gesagt, dachte Warden und sah Vera von der Seite her an. »Und sein Po, der ist unglaublich knackig!« Seine Ex-Freundin hielt die Arme vor der Brust verschränkt und funkelte ihre Mutter wütend an. Das Biest ist zurück, stellte Warden fest.

»Und wie ist das mit dem Surfen?«, warf Jeff, die Avancen seiner Frau einem anderen Mann gegenüber ignorierend, ein. Warden war dem Ölmagnaten für den Themenwechsel dankbar. »Kann man davon leben?«

Warden bestätigte die Frage mit einem knappen Nicken. »Ja, wenn man gut ist.«

»Und? Sind Sie gut?«, fragte Jeff.

»Darauf …«, meinte Barbara und zwinkerte Warden unverhohlen zu, »… würde ich wetten!«

»Warden war schon einmal Weltmeister«, ließ Vera ihre Eltern wissen. »Bevor das Ganze jedoch noch peinlicher wird, möchte ich mit euch über den Grund unseres Besuches sprechen.«

»Brauchen Sie Geld?«, fragte Jeff Snider geradeheraus an Warden gewandt, dessen Mundwinkel sich unwillkürlich zu einer säuerlichen Grimasse verzogen. Er hatte Geld. Zugegeben, verglichen mit dem Snider-Vermögen war er nicht reich, aber wer war das schon? Mit Sicherheit war er jedoch kein armer Schlucker. Er hatte wieder einen Sponsor und war für die nächsten fünf Jahre unter Vertrag, er hatte sein Haus auf Maui verkauft und er hatte gleich die ersten beiden ASP Events gewonnen. Er würde sich in diesem Jahr den verdammten Titel zurückholen und er war sicherlich nicht auf das Geld der Sniders angewiesen.

»Nein«, antwortete er kühl. »Wie ich sagte, ich bin gut in dem, was ich tue.«

»Es geht auch nicht um Warden, nicht direkt. Es geht um mich. Ich …«

»Oh, mein Gott! Du bist schwanger!«, stieß Barbara hervor und begann im nächsten Moment zu lamentieren. »Ich bin viel zu jung, um Großmutter zu werden.« Sie stand auf und drehte sich zu ihrem Mann. »Jeff, kannst du dir das vorstellen? Ich eine Oma?«

»Beruhige dich, Barbara!«

»Einen Teufel werde ich tun!«, fauchte sie ihren Mann an und ging im nächsten Atemzug auf Warden los. »Wie konnten Sie bloß meine Tochter schwängern, Warden?«, echauffierte sie sich. »Haben Sie auch nur eine Sekunde an mich gedacht?«

Warden schluckte das ‚Unentwegt!’, welches ihm auf der Zunge lag, herunter und sagte: »Barbara, ich weiß, das ist für Sie sicherlich ein Schock und es war auch nicht geplant, abgesehen davon …«

Vera räusperte sich. »Abgesehen davon ist gar nicht klar, ob Warden der Vater ist«, unterbrach sie ihn bestimmt.

Jeff Snider erhob sich und ging mit seinem leeren Glas an die Bar, um es aufzufüllen und hinunterzustürzen. Barbara hingegen ließ sich auf das Sofa sinken und jammerte: »Das ist eine Katastrophe!«Warden schaute zu Vera hinüber, der die Tränen in den Augen standen. Er ergriff ihre Hand und drückte sie aufmunternd. In diesem Augenblick bereute er es kein Stück mehr mitgekommen zu sein. Sie brauchte ihn. Das hier war das reinste Irrenhaus. ‚Zu jung, um Großmutter zu werden’, etwas Lächerlicheres hatte Warden noch nie gehört.

»Es könnte auch Liam sein«, gab Vera zu, nachdem ihre Eltern nichts sagten.

»Liam? Ich dachte, das mit Liam sei ein für allemal vorbei!«, stieß Barbara schluchzend hervor, dann schüttelte sie ungläubig den Kopf. »Oma? Ich?« Sie presste sich die Hand vor den Mund und dicke Tränen liefen über ihr Gesicht. »Ich fühle mich gleich um Jahrzehnte älter! Ich werde noch heute einen Termin mit Dr. Reynolds vereinbaren.«

»Wer ist Dr. Reynolds?«, fragte Warden alarmiert. Veras Eltern würden doch nicht versuchen ihre Tochter zu einer Abtreibung zu überreden, oder? Sicherlich ist Dr. Reynolds nur der Frauenarzt von Barbara, beruhigte er sich.

Barbara, die seine Frage ignorierte, erhob sich und griff zum Telefon. »Babs Snider hier! Ich muss umgehend den Doktor sprechen«, hörte Warden sie sagen.

»Wer ist Dr. Reynolds?«, zischte er Vera zu. Seine Hand hatte sich zwischenzeitlich fest um ihre geschlossen.

»Keine Ahnung«, gab sie leise zurück, löste ihre Hand aus seiner, erhob sich und ging zu ihrem Vater hinüber, der sich gerade sein drittes Glas einschenkte.

Warden beobachtete mit Unbehagen, wie Jeff Snider es erneut auf ex leerte und sich ein weiteres Mal nachgoss. Der Surfer atmete tief ein und versuchte sich zu entspannen, während er zusah, wie Vera und ihr Vater eine Unterredung begannen. Sie sprachen allerdings so leise, dass es Warden unmöglich war ein Wort zu verstehen.

»Dr. Reynolds kommt gleich vorbei. Ich habe ihm gesagt, dass es sich um einen Notfall handelt.«

»Noch einmal, wer …«, fragte Warden mühsam um Ruhe bemüht,»… ist Dr. Reynolds?«

»Oh, er ist für meine Anti-Aging-Behandlungen zuständig. Er kommt gleich vorbei und setzt mir ein paar Spritzen.« An ihre Tochter gewandt, sagte sie: »Sicherlich kann er sich auch um dein Gesicht kümmern. Es wird höchste Zeit, dass du endlich etwas für den Erhalt deines jugendlichen Aussehens tust.«

»Mutter, ich bin erst einundzwanzig Jahre alt und noch dazu schwanger. Ich werde mir sicherlich nicht von einem dubiosen Arzt Botox spritzen lassen.«

»Mit Anti-Aging-Maßnahmen kann man nie früh genug anfangen, sagt Dr. Reynolds.«

Warden stieß ein ungläubiges Prusten aus, welches weder ein Lachen, noch ein Schnauben war. Die Szene, die im Wohnzimmer der Sniders stattfand, wäre vermutlich lustig gewesen, wenn sie sich in einem Roman oder Film abgespielt hätte, doch so war es einfach nur traurig.

»Sie spinnen doch total«, fuhr er Veras Mutter an. Er sprang auf und durchquerte mit schnellen Schritten den Raum und zog Vera energisch an seine Seite. »Sie beide wissen nun Bescheid und es wird Zeit für uns zu gehen. Ich wünschte, ich könnte sagen, es war nett Sie kennengelernt zu haben, doch das war es nicht! Es war furchtbar zu erleben, wie Sie Ihre Tochter behandeln.« Er richtete seine Worte an Veras Mutter. »Mir ist selten jemand untergekommen, der selbstsüchtiger ist als Sie, Babs. War Ihr erster Gedanke, als Ihre Tochter Ihnen erzählt hat, dass sie schwanger ist, wirklich der, dass Sie zu jung sind um Oma zu werden?«

Barbara stemmte die Hände in die Hüften und funkelte ihn wütend an. Warden ignorierte ihr Gebaren. Diese Frau machte ihn krank. Er schaute Vera an, die von seinem Ausbruch völlig überrascht war und ihn nur sprachlos anstarrte.

»Lass uns gehen, V!« Sie nickte und ergriff seine Hand, die er ihr entgegenstreckte.

Barbara schnappte aufgebracht nach Luft. »Das muss ich mir von einem Rüpel ohne Manieren wie Ihnen nicht gefallen lassen, Warden! Was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind? Ich werde es Ihnen sagen: Sie sind ein Nobody, Warden!«

Scheiß drauf!, dachte Warden. Das Board war sowieso schon zerbrochen, da konnte er es auch direkt zu Kleinholz verarbeiten. Er maß Veras Mutter mit einem abfälligen Blick und konterte: »Für eine ehemalige Schönheitskönigin lehnen Sie sich ganz schön weit aus dem Fenster, Babs!« Er grinste breit und fügte kämpferisch hinzu: »Und nur mal so am Rand: Ich habe noch gar nicht angefangen mich schlecht zu benehmen, Babs.«

Hilfesuchend drehte diese sich zu ihrem Mann herum. »Jeff! Sag doch auch mal was! Sei ein einziges Mal ein Mann und …«

Den Rest ihrer Vorwürfe konnte Warden nicht hören, da sie bereits die Haustür erreicht hatten. »Auf Nimmerwiedersehen«, murmelte er. Warden geleitete Vera zu dem Mietwagen. Er hatte ihr einen Arm umgelegt und hielt sie fest an seine Seite gepresst. Sie weinte, wie er feststellte und sein Groll gegenüber ihrer Mutter wuchs ins Unermessliche. Warden öffnete die Beifahrertür und schloss sie hinter Vera, nachdem diese Platz genommen hatte. Er atmete ein paar Mal tief durch, ehe er sich hinter das Steuer setzte, den Motor anließ und den Wagen nach Dallas lenkte.


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