19.09.2015

Textschnippsel ** Ein Moment Hoffnung**

**Ein Moment Hoffnung**  

Hier für euch extra ein Texausschnitt von 
Ein Moment Hoffnung 
Es gab den Wunsch als Erstes ein Happy Birthday ohne Pianobegleitung zu singen, wenn das Licht ausgeht und die Geburtstagstorte reingefahren wird. Hinter mir wird sie in Position gebracht. Wie gerne würde ich eine solche Party für Alison geben. Hektisch zünden die Angestellten die Kerzen an, was ich verträumt beobachte. Daher bemerke ich auch nicht, wie eine Frau auf mich zukommt. „Bitte folgen Sie mir“, flüstert sie leise. Lautlos gehen wir über eine Angestelltentreppe in den Raum, der bereits abgedunkelt ist. Ich greife nach meinem Mikrofon, schließe die Augen und beginne zu singen, als die Torte mit den unzähligen Kerzen den Raum leicht erhellt. Ein Raunen und Klatschen geht durch die Geburtstagsgesellschaft. Ich tauche weiter ein in die Musik. So ist es immer. Mit der Musik kann ich alles Vergessen machen, fühle mich geborgen. Sie hält mich, wenn ich traurig bin. Oft spiele ich in der Kirche nur Piano. Magisch, welche Töne diese Tasten fähig sind zu erzeugen. Es beruhigt mich, hält mich, lässt mich ich selbst sein. Diese Minuten geben mir Normalität. Eigentlich singe ich nicht für die Auftraggeber, sondern nur für mich, um mich zu heilen. Al hatte unrecht, als sie sagte, dass ich meine Vergangenheit verdrängt habe. Genau in diesen Momenten fühle ich mich im Reinen mit mir selbst. Nur wenn die Töne verklingen, kehre ich zurück in die Realität. Nach dem Ständchen setze ich mich hinter mein Piano, das auf einem Ständer steht und beginne zu spielen. Natürlich versuche ich einen Blick auf den Jubilar zu erhaschen, doch er ist von einer großen Menschentraube umringt. Durch die Kontaktaufnahme per E-Mail konnte ich wenig über das Geburtstagskind in Erfahrung bringen, damit ich die richtige Songauswahl treffen konnte, daher singe ich einige meiner Lieblingslieder. Vollkommen in die Musik versunken, bemerke ich erst bei Beendigung des vierten Songs "Friends", dass jemand direkt vor der Empore steht. Meist spiele und singe ich mit geschlossenen Augen und nehme meine Umwelt daher kaum wahr. Als die letzten Töne verklingen, öffne ich meine Augen und schaue in ein mir bekanntes Gesicht.

Link zum Buch 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen